Saitenwoche

MeineMusikschule E-Gitarre Test: Wie ich trotz Frust die ersten Riffs lerne

Spät an einem Abend im Mai sitzt der Frust tief: Mein kleiner Übungsverstärker summt leise im Leipziger Arbeitszimmer, während meine Fingerkuppen brennen. Mein linker Zeigefinger hat tiefe, dunkelrote Rillen von den Stahlseiten, und die Luft riecht metallisch nach Nickel und warmgelaufener Elektronik. Ich bin 38, Grafikerin — und starre auf ein Instrument, das ich schon dreimal in meinem Leben weggepackt habe.

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links buchst, erhalte ich eine kleine Provision — für dich ändert sich am Preis natürlich rein gar nichts. Ich empfehle und verlinke hier nur Kurse, die ich in meinem monatelangen Selbstversuch selbst auf der Gitarre durchgezogen habe.

Ich wollte nicht die vierte Niederlage kassieren. Wirklich nicht. Mit 38 noch mal von vorn anzufangen, fühlt sich seltsam ungeduldig an. Man hat keine Zeit mehr für fünf Jahre verstaubten Unterricht an einer städtischen Musikschule zwischen Zwölfjährigen. Ich wollte einfach diesen E-Gitarren-Sound, wollte endlich Powerchords auf der Gitarre greifen lernen und echte Riffs spielen — dreckig, laut, spürbar. Also habe ich mir vier Wochen strikte Deadline gesetzt und mich bei meineMusikschule E-Gitarre angemeldet.

Aller Anfang ist… verkrampft: Meine ersten Tage mit dem Kurs

Hand greift die ersten Noten auf dem Griffbrett einer E-Gitarre

Mein Instrument hat ganz klassisch 6 Saiten und 22 Bünde. Das klingt überschaubar, bis die linke Hand versucht, gleichzeitig drei Bünde zu überspannen. Nach etwa zehn Minuten konzentrierter Akkord-Versuche schoss mir plötzlich ein stechender Krampf direkt in den Daumenballen der linken Hand. Ich musste die Gitarre auf die Knie legen und erst mal die Finger ausschütteln wie nach einem Marathon-Kreativmeeting.

Dazu kam dieser frustrierende Schepperton. Drei volle Tage lang klang jeder Versuch nach schnarrendem Draht, bis ich merkte, was schiefging: Ich dämpfte die hohe E-Saite unbemerkt mit dem fleischigen Ansatz meines Daumens ab, weil meine Handhaltung viel zu flach war. Niemand stand neben mir, um mir auf die Finger zu klopfen. Das ist die erste große Hürde beim Online-Lernen: Man muss sich selbst im Spiegel oder im Monitor kontrollieren.

Genau an dieser Stelle holte mich der Kurs von meineMusikschule ab. Die Videos sind nicht hektisch. Kein überdrehtes YouTuber-Gehabe, sondern ruhige Kameraeinstellungen auf beide Hände, saubere Griffbilder und eine Struktur, die einen zwingt, die Grundlagen nicht einfach zu überspringen. Ich habe in einem früheren Beitrag schon darüber geschrieben, wie sich das anfühlt: E-Gitarre lernen ohne Lehrer mit meineMusikschule verlangt Disziplin, gibt einem aber ein Geländer, an dem man sich festhalten kann.

Der Lehrplan: Theorie gegen Riff-Hunger

Ich gestehe: Ich wollte am liebsten sofort Verzerrung reindrehen und drauflosballern. Der Aufbau bei meineMusikschule bremst diesen Impuls erst einmal aus — und das ist Fluch und Segen zugleich. Der Kurs baut eine methodische Basis auf: Haltung, Plektrum-Technik, Wechselschlag, Taktgefühl und grundlegende Intervalle.

Hier zeigt sich ein ganz klarer Trade-off: Die Lernkurve bei geführten Online-Kursen verläuft spürbar steiler als beim autodidaktischen Verzetteln auf YouTube, erfordert jedoch eine spürbar höhere finanzielle Investition als kostenlose Videoplattformen. Auf YouTube schaut man fünf verschiedene Videos von fünf Lehrern und hat danach fünf verschiedene Haltungstipps im Kopf, aber noch keinen einzigen Takt sauber im Timing gespielt. Bei einer geführten Schule zahlt man dafür, dass jemand den roten Faden spannt.

Der Kurs erklärt einem eben auch, warum die Gitarre so gestimmt ist, wie sie ist: Zwischen fast allen Saitenpaaren liegen reine Quarten, nur zwischen der G- und der H-Saite (Saite 3 und 2) liegt eine große Terz. Plötzlich verstand ich visuell, warum Akkordgriffe auf den unteren beiden Saiten ihre Form verändern müssen. Für mein Grafiker-Hirn war das ein kleiner Klick-Moment, der den Frust über lahme Fingerkuppen etwas dämpfte.

Nach etwa zwei Wochen: Wenn die Finger taub werden

Laptop mit Online-Gitarrenkurs neben Plektren und Gitarrenkabel

Nach etwa zwei Wochen täglichen Übens passierte das, worüber erfahrene Gitarristen nur milde lächeln: Meine Fingerkuppen wurden taub. Nicht im Sinne von gelähmt, sondern die Haut verhärtete sich. Es braucht schlicht zwei bis drei Wochen kontinuierlicher kurzer Spieleinheiten, bis sich eine schützende Hornhautschicht bildet. Vorher fühlt sich jede Nickel-Saite wie eine stumpfe Klinge an.

Wer hier zu lange Pausen macht, fängt biologisch wieder bei Null an. Deshalb bin ich jeden Abend für zwanzig bis dreißig Minuten an das Dashboard gegangen. Und ganz ehrlich: An manchen Abenden hatte ich NULL Lust. Da saß ich vor dem Anmeldefenster und dachte mir nur: Wenn du jetzt wieder aufhörst, bist du offiziell die Person, die viermal gescheitert ist. Das wollte mein Stolz nicht zulassen.

Hilfreich war zwischendurch auch ein Blick auf das Setup meines Instruments. Wenn die Saiten viel zu hoch über dem Griffbrett stehen, drückt man sich nämlich dumm und dusselig — lest dazu gern meinen Erfahrungsbericht zum Thema Saitenlage der Gitarre verbessern, das hat meinen Kraftaufwand damals halbiert.

Sommer-Check: Das Abo-Modell auf dem Prüfstand

Notizbuch mit Akkordgriffen und Notizen neben der E-Gitarre

Mitte Juli, an einem drückend schwülen Wochenende, zog ich Zwischenbilanz. Der Kurs von meineMusikschule E-Gitarre läuft als kontinuierliche Mitgliedschaft. Die genauen aktuellen Konditionen ändern sich gelegentlich und stehen direkt auf der Seite des Anbieters — man sollte da immer kurz selbst nachsehen, was gerade gilt.

Dieses fortlaufende Modell hat zwei Seiten:

Wenn du eher jemand bist, der einen klar umrissenen Vier-Wochen-Sprint ohne Folgekosten braucht, dann schau dir stattdessen den norberg Gitarrenkurs an — der ist darauf getrimmt, dich ohne Schnickschnack in vier Wochen zum ersten kompletten Song zu bringen. Und falls du vor allem populäre Rock-Hits Schritt für Schritt nachspielen willst, wie man es von lockeren Video-Tutorials kennt, ist der Michigit Gitarrenkurs eine beliebte Alternative mit sehr hohem Song-Fokus.

Für mich persönlich war aber gerade die Gründlichkeit von meineMusikschule der Rettungsanker. Ich brauchte dieses Gefühl einer echten Musikschule, nur eben abends um 22 Uhr im Wohnzimmer mit Kopfhörern.

Anfang September: Das erste saubere Riff steht

Anfang September kam der Tag, an dem ich die Verzerrung aufdrehte, das Metronom im Kurs startete und ein klassisches Rock-Riff über vier Takte komplett ohne Patzer, ohne Nebengeräusche und ohne verkrampfte Hand durchzog. Kein Gequietsche, kein versehentlich abgedämpfter Ton.

Es klang nicht nach Wembley-Stadion, aber es klang nach ECHTER MUSIK. Nicht nach einer Trockenübung auf Holz, sondern nach E-Gitarre.

Mein Fazit nach vier Monaten Selbstversuch: Der Kurs von meineMusikschule E-Gitarre ist keine Abkürzung für Zauberer — üben und Fingerweh ertragen muss man schon selbst. Aber er liefert genau die methodische Tiefe und die didaktische Ruhe, die Wiedereinsteigerinnen und ewigen Abbrechern wie mir gefehlt hat. Wer eine fundierte Ausbildung sucht, die über das bloße Nachklimpern von Tabulaturen hinausgeht, trifft hier eine hervorragende Wahl.

8.8

meineMusikschule E-Gitarre [Der Dauer-Kurs im Hintergrund]

Vorteile

  • + Didaktisch sauberer Aufbau von Haltung bis Rock-Riffs
  • + Ruhige, detaillierte Kameraansichten beider Hände
  • + Breites Spektrum für langfristiges Weitermachen
  • + Große Plattform mit solider Unterrichtsstruktur

Nachteile

  • ✗ Abo läuft bei Übepausen weiter
  • ✗ Erfordert Geduld bei den Theorie- und Haltungsgrundlagen
Zum meineMusikschule E-Gitarrenkurs →

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