Saitenwoche

E-Gitarre lernen ohne Lehrer: Wie meineMusikschule Lektionen mir jetzt helfen

Deine Technik verändert sich anders, wenn niemand neben dir sitzt und im richtigen Moment sagt: „Zeigefinger tiefer, Handgelenk locker". Genau diese Überlegung stellt sich jeder, der E-Gitarre lernen ohne Lehrer überhaupt erst in Erwägung zieht. Ich bekomme sie ständig unter meinen Texten gestellt, meistens verbunden mit der Vermutung, ein Online-Musikkurs ersetze sowieso nur die halbe Wahrheit und man erziehe sich im Gitarre-Selbststudium automatisch falsche Fingerfertigkeit an.

Ein Transparenz-Hinweis vorab: In diesem Text stecken Affiliate-Links, unter anderem zu meineMusikschule. Bucht ihr darüber einen Kurs, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich für euch am Preis etwas ändert. Empfohlen wird hier nur, was ich selbst tatsächlich ausprobiert habe.

Der Mythos hält sich trotzdem hartnäckig: Ohne Lehrer schleift man sich zwangsläufig Fehler ein, die später keiner mehr rausbekommt. Dabei liegt die Sache komplizierter, als der Satz klingt. Eine E-Gitarre verzeiht erstaunlich viel — vorausgesetzt, man findet irgendeine Form von Korrektiv, die nicht zwingend ein Mensch mit Lehrerausweis sein muss.

Bei mir ist das Korrektiv eher unspektakulär: aufmerksames Hinhören und ab und zu eine Aufnahme mit dem Handy, wacklig wie meine ersten Versuche. Mehr braucht es gar nicht, um zu merken, wenn etwas schief läuft.

Ob der Rhythmus wirklich sitzt oder ob ich mir das nur einbilde, ob die Saiten vorher überhaupt richtig gestimmt waren — solche Fragen beantwortet so ein Klang-Rückblick ehrlicher als jedes Gefühl. Neulich lief der Wechsel von G nach D auf einer dieser Aufnahmen einfach so durch, der Takt blieb stehen, wo er sollte, und der Song rollte weiter, als hätte er nie auf eine Korrektur gewartet. Das war der Moment, an dem ich dem Mythos nicht mehr geglaubt habe.

Fingerfertigkeit entsteht nicht vor dem Bildschirm, sondern danach

Ein Kurs wie meineMusikschule liefert die Struktur, die sonst ein Lehrer vorgeben würde: Lektionen in festen Etappen, die aufeinander aufbauen, ohne dass ich selbst einen Plan entwerfen müsste. Diese Struktur ersetzt keine Person, aber sie ersetzt die Funktion, die eine Person meistens erfüllt — nämlich zu sagen, was als Nächstes kommt.

Genau da liegt die eigentliche Schwäche von reinem Online-Lernen, und sie hat nichts mit Technik zu tun: Niemand auf dem Bildschirm merkt, ob ich wirklich bei jeder Etappe zehn Minuten dranbleibe oder nach drei das Handtuch werfe. Wer das weiß, kann es ausgleichen — zum Beispiel durch feste kleine Einheiten statt vager guter Vorsätze.

Warum das Handgelenk der eigentliche Lehrer ist

Als Grafikerin habe ich quasi ein Abonnement auf Verspannungen, lange bevor die Gitarre dazukam. Ein Lehrer hätte vermutlich früh gesagt, ich solle die Haltung korrigieren — aber genauso gut hätte er es übersehen, weil eine einzelne Unterrichtsstunde selten lang genug ist, um Büro-Hände wirklich zu beobachten.

Online merke ich den Unterschied selbst, und zwar sofort: Wird der Schmerz spitz statt dumpf, höre ich auf. Das klingt banal, ist aber die ganze Haltungs-Lektion, die mir wirklich geholfen hat — der Rest ist Anpassung an den eigenen Körper, nicht an ein Lehrbuch.

Inzwischen nehme ich die Gitarre auch mal mit raus, abends an den Cospudener See nach Markkleeberg, nur um woanders zu greifen als am immer gleichen Fleck im Wohnzimmer. Am Handgelenk ändert das nichts, aber am Kopf eine ganze Menge.

Nahaufnahme von Händen an einer E-Gitarre beim Üben für mehr Fingerfertigkeit, Zubehör zur Saitenpflege im Hintergrund.

Kursformat, Akkordwechsel und die Sache mit den Tabs

Welches Kursformat passt — App, festes Videopaket oder Abo wie bei meineMusikschule — hängt stärker vom eigenen Kalender ab als vom Lehrplan, das habe ich inzwischen kapiert. Wer einen festen Vier-Wochen-Plan mit Enddatum will, findet im norberg Gitarrenkurs genau das; wer wie ich lieber in Etappen ohne Druck vorankommt, bleibt eher beim Abo-Modell.

Akkordwechsel sind das, worüber alle am meisten fluchen, und zwar völlig unabhängig vom Kursformat. Tabs statt klassischer Notenschrift haben mir dabei mehr geholfen als jedes Lehrbuch, weil ich auf einen Blick sehe, wohin die Finger müssen.

Singen und gleichzeitig spielen ist noch eine ganz andere Baustelle, die ich bewusst ausgeklammert habe, solange die linke Hand noch nicht automatisch läuft — wie man dahin überhaupt kommt, behandle ich an anderer Stelle ausführlicher.

Ob es überhaupt die E-Gitarre sein musste und keine Akustikgitarre, fragen mich Leser regelmäßig — bei mir war die Antwort simpel: Ich wollte den Verstärker im Rücken spüren, nicht nur die Saiten unter den Fingern. Das Plektrum zwischen den Fingern zu halten, ohne dass es wegrutscht, war am Anfang trotzdem eine eigene kleine Wissenschaft, komplett unabhängig vom Instrument. Die Hornhaut an der linken Fingerkuppe kommt übrigens sowieso, ganz ohne Lehrer, das ist reine Zeitfrage.

Einen Kapodaster habe ich erst spät entdeckt, und er hat mir sofort ein paar Akkorde erspart, die meine Finger damals schlicht noch nicht hergeben wollten.

Wenn die Motivation einbricht

Wer die Technik-Seite meines Projekts ausführlicher nachlesen will, Etappe für Etappe, findet die E-Gitarre lernen für Anfänger-Chronik an anderer Stelle auf dieser Seite. Hier geht es mir um etwas anderes: die Motivation, die am Ende über allem entscheidet.

Motivation ist das eigentliche Nadelöhr, nicht die Technik — das weiß ich aus eigener, teurer Erfahrung. Vor Jahren habe ich mir ein ziemlich teures Online-Kurspaket gekauft und die erste Lektion kein einziges Mal geöffnet, geschweige denn die zweite. Das Geld war weg, die Gitarre blieb stumm, und ich habe es jahrelang niemandem erzählt.

Eine Freundin strickt seit zwei Wintern an demselben Pullover und sagt, das eigentliche Problem sei nie die Technik gewesen, sondern das Dranbleiben an grauen Abenden, an denen man eigentlich keine Lust hat. Bei der Gitarre ist das echt nicht anders — wer dort aufhört, wo kein Lehrer wartet, der einen vermisst, braucht ein anderes Zugpferd.

Regine Kübler, eine Leserin, die als Erste unter meinem allerersten Tagebucheintrag kommentiert hat, schreibt mir inzwischen öfter aufmunternde Zeilen unter neue Texte — geübt hat sie nach eigener Auskunft in der gleichen Zeit eher selten, motiviert sich lieber über das Kommentieren als über das eigene Üben. Wer an genau diesem Punkt steckt, findet bei mir einen eigenen Text dazu, was ich mache, wenn die Motivation verloren geht.

Finger greifen einen Akkord auf dem Griffbrett einer E-Gitarre – Fingerfertigkeit beim Gitarre-Selbststudium ohne Lehrer.

Was an die Stelle eines Lehrers tritt

Der Mythos vom automatisch falsch erlernten Ohne-Lehrer-Spiel hält sich deshalb so hartnäckig, weil Korrektur meistens mit einer Person gleichgesetzt wird. Korrektur besteht aber aus drei Dingen: ehrlicher Selbstbeobachtung, einer Struktur, die einen nicht allein lässt, und der Bereitschaft, Fehler mehrmals zu wiederholen, bis sie auffallen.

Wer sich fragt, ob er ohne Lehrer überhaupt anfangen sollte, dem sage ich: Richte dir irgendeine Form von Spiegel ein, bevor du den ersten Akkord greifst — eine Kamera, ein Dashboard, das Dranbleiben sichtbar macht, oder notfalls eine Freundin, die ehrlich sagt, dass es schief klingt. Der Lehrer ist ersetzbar. Der Spiegel nicht.

Die aktuellen Kursdetails zu meinem Abo-Modell findet ihr direkt beim Anbieter, falls euch das Konzept genauso zusagt wie mir: Hier geht's zum E-Gitarren-Kurs.

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