Saitenwoche

Gitarre Songbegleitung lernen: Warum ich den Michigit Kurs für Anfänger empfehle

Es war an einem verregneten Abend Ende Mai. Ich starrte seit Stunden auf dieselbe zickige InDesign-Mappe, die Augen brannten vom Bildschirmlicht, und drüben an der Heizung lehnte sie: meine Westerngitarre. Genau 6 Saiten, die mich jedes Mal stumm anklagten, wenn ich daran vorbeilief.

Kurzer Transparenz-Hinweis vorab: In diesem Text findest du ein paar Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs buchst, erhalte ich eine kleine Provision — für dich ändert sich am Preis rein gar nichts. Ich schreibe hier ausschließlich über Dinge, die ich während meines vierwöchigen Selbstversuchs in den eigenen vier Wänden selbst durchgequält und ausprobiert habe.

Ich hatte in den letzten zehn Jahren drei separate Anläufe hinter mir. Drei! Jedes Mal kaufte ich mir voller Elan ein klassisches Lehrbuch, schlug Seite vier auf, verhedderte mich in C-Dur-Tonleitern, Notenwerten und Etüden über den Kuckuck, der aus dem Wald ruft — und nach zehn Tagen verstaubte das Instrument wieder. Ich bin Grafikerin, ich brauche etwas, das sofort Gestalt annimmt. Ich wollte am Feierabend auf dem Sofa sitzen und einfach ein Lied schrammeln können, zu dem man mitsingen will. Keine Bach-Sonate. Einfach Songbegleitung.

Das YouTube-Phänomen im Wohnzimmer

Bei meiner Recherche stolperte ich über den Michigit Gitarrenkurs. Den Typen dahinter kannte ich bereits flüchtig von YouTube: lockere Art, kein verstaubter Musikschul-Mief, sondern das Versprechen, dich direkt an Songs heranzuführen. Seine Bibliothek umfasst mittlerweile über 40 Songs zum Nachspielen — von Pop-Klassikern bis zu Lagerfeuer-Gassenhauern. Das wirkte auf mich wie der Rettungsanker gegen die gähnende Langeweile meiner früheren Versuche.

Also fasste ich einen Entschluss: Vier Wochen. Jeden Tag mindestens zwanzig Minuten. Keine Ausreden mehr.

Die ersten Tage fühlten sich herrlich vertraut an — im negativen Sinn. Wer behauptet, dass Gitarre lernen von Tag eins an Spaß macht, lügt schlichtweg. Meine Fingerkuppen brannten. Nach jeder kurzen Session hatte ich tiefe rote Einkerbungen an der linken Zeigefingerkuppe, die dezent nach den bronzeummantelten Saiten und meiner reichhaltigen Handcreme rochen. Man gewöhnt sich daran, aber es dauert Wochen, bis sich diese rettende Hornhautschicht bildet.

Zwischen steifem Lehm und Akkord-Krämpfen

Was mich bei Michigit von Anfang an abgeholt hat, ist der radikale Fokus auf Akkorde und Rhythmus. Anstatt wochenlang Einzeltöne zu zupfen, greifst du sofort Greifmuster ab. Aber lasst euch nicht täuschen: Locker sieht das am Anfang bei niemandem aus.

In einer Lektion predigte der Dozent mit strahlendem Lächeln in die Kamera: „Und jetzt ganz locker aus dem Handgelenk schlagen!“ Ich saß da auf meinem Teppich, mein rechtes Handgelenk fühlte sich an wie steif getrockneter Lehm, und ich dachte mir nur: Wenn der Typ das noch EIN EINZIGES MAL sagt, während mein Arm verkrampft wie ein rostiges Scharnier, schreie ich mein Wohnzimmer zusammen.

Mein typischer Anfängerfehler: Ich klammerte den Daumen viel zu fest um den Hals, verkrampfte die Handinnenfläche und dämpfte beim Stolpern zwischen C-Dur und D-Dur jedes Mal die hohe E-Saite komplett ab. Es klang nicht nach Musik. Es klang nach einer blechernen Konservendose, auf die man mit einer Gabel einprügelt. Wer ähnliche Startschwierigkeiten hat, findet in meinem Beitrag über schnelle Akkordwechsel und flüssigeres Spielen noch ein paar ganz konkrete Kniffe, die mir aus diesem Tal geholfen haben.

Der Knackpunkt für stark beanspruchte Hände

Hier muss ich eine Beobachtung einstreuen, die mir erst vor kurzem klar wurde. Ein guter Freund von mir arbeitet als Tischler. Er sah meine Gitarre, nahm sie in die Hand und versuchte sich an denselben Griffen. Seine Hände sind kräftig, aber die Haut ist von Hobelspänen, Lösungsmitteln und schwerer körperlicher Arbeit rau, rissig und ungleichmäßig verhärtet.

Und genau da liegt ein blinder Fleck vieler Online-Gitarrenkurse: Die Standard-Übungspläne — auch die von Michigit — setzen insgeheim voraus, dass man Schreibtischhände hat. Hände wie meine, an denen sich gleichmäßig eine frische Hornhautkappe aufbauen kann. Wenn du Handwerker bist und deine Fingerkuppen ohnehin schon strapaziert oder stellenweise taub und rissig sind, tut der ständige Druck der Stahlsaiten doppelt weh. Bei stark beanspruchten Händen scheitert das tägliche Durchziehen oft nicht an fehlender Disziplin, sondern daran, dass die Fingerkuppen schlichtweg aufplatzen oder Schmerzen verursachen, die das Greifen zur Tortur machen.

Mein Rat für alle, die handwerklich arbeiten: Vergesst die starren Sieben-Tage-Routinen. Nehmt euch Pausentage, cremt die Finger mit fetthaltiger Wundsalbe ein und wechselt vielleicht anfangs auf dünnere Saitenstärken oder sogar eine Konzertgitarre mit Nylonsaiten. Man muss seinen eigenen Rhythmus finden — wie ich auch in meinem Text über meine persönliche Übungsroutine mit Michigit beschrieben habe.

Der Moment, in dem es plötzlich „Klick“ macht

Um die dritte Woche herum passierte dann etwas Magisches. Ich saß an einer typischen Pop-Akkordfolge: G-Dur, D-Dur, E-Moll, C-Dur. Die sogenannte Vier-Akkorde-Formel, mit der man gefühlt das halbe Radio begleiten kann.

Bisher hatte ich zwischen jedem Griffwechsel eine gefühlte Ewigkeit von zwei Sekunden pausiert, um die Finger einzeln auf den Bünden zu sortieren. Und dann — ich weiß bis heute nicht genau, welcher Schalter in meinem Kleinhirn umgelegt wurde — glitten die Finger von G nach E-Moll, ohne dass der Rhythmus abriss. Ein plötzliches, unwillkürliches Ausatmen entfuhr mir, meine Schultern sackten um fünf Zentimeter nach unten, und das Down-Up-Schlagmuster passte exakt zum Backing-Track im Video.

In diesem Moment begreifst du, warum du dir die Finger wund drückst. Es klang plötzlich wie ein echter Song. Nicht perfekt, ein bisschen unsauber geschnarrt hat es immer noch, aber es hatte einen Groove!

Schattenseiten: Was man vor dem Kauf wissen sollte

Ist der Kurs perfekt? Nein, absolut nicht. Wo Licht ist, gibt es auch ein paar staubige Ecken, über die man stolpert:

Wer einen extrem durchstrukturierten, fast schon pedantisch aufbereiteten Vier-Wochen-Fahrplan ohne YouTube-Flair sucht, sollte sich vielleicht eher meinen Artikel Norberg oder Michigit im direkten Vergleich ansehen. Norberg packt dich viel straffer an die Hand, während Michigit eher wie ein Kumpel wirkt, der sich neben dich aufs Sofa setzt und sagt: „Komm, lass uns das Lied spielen.“

Mein Fazit nach einem Sommer voller Akkorde

Spät im Sommer saß ich mit Freunden am See. Ich hatte meine Gitarre dabei — etwas, das ich mir vor sechs Monaten im Traum nicht zugetraut hätte. Ich konnte vielleicht vier Songs komplett auswendig und stolperte immer noch gelegentlich beim Übergang zu B-Moll (dieser verdammte Barré-Griff bleibt mein persönlicher Endgegner). Aber die Leute haben mitgesungen. Und genau darum ging es mir immer.

Wenn du wissen willst, was der Kurs aktuell kostet oder welche Teilzahlungsmodelle angeboten werden, schau am besten direkt auf der Website des Anbieters nach, da sich solche Konditionen und Aktionen immer mal wieder ändern. Für mich war der Michigit Gitarrenkurs genau das richtige Werkzeug, um die Blockade in meinem Kopf zu lösen. Nicht, weil er perfekt ist, sondern weil er mich vom theoretischen Denken direkt ins Machen gebracht hat.

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