
Acht Wochen. Nicht vier, wie ursprünglich geplant — acht. Mein Selbstversuch im Gitarre lernen sollte eigentlich nach dem klassischen Vier-Wochen-Plan vorbei sein, aber ich sitze immer noch fast jeden Abend mit der Gitarre auf dem Schoß.
Kurzer Zwischenruf, bevor es weitergeht: In diesem Beitrag stecken Affiliate-Links. Klickst du drauf und kaufst etwas, bekomme ich eine kleine Provision — für dich ändert sich am Preis nichts. Verlinkt wird nur, was ich selbst zwischen Kaffeetassen und Notizzetteln auf meinem Sofa getestet habe.
Grafikerin bin ich, 38, aus Leipzig — und notorisch schlecht im Dranbleiben. Drei Anläufe mit der Gitarre habe ich schon hinter mir, immer nach demselben Muster: Euphorie, wunde Finger, Frust, Gitarre zurück in die Ecke. Beim dritten Versuch bin ich sogar noch weiter gegangen und habe mir ein teures Online-Kurspaket gekauft — und den allerersten Kurs darin nie geöffnet. Einfach liegen gelassen, digital verstaubt.
Meine Nachbarin strickt seit zwei Wintern an ein und demselben Pullover, vollkommen entspannt, ohne Deadline. Ich wollte in vier Wochen fertig sein. Klassisch ungeduldig, klassisch ich.
Der App-Dschungel und seine bunten Fallen
Am Anfang dachte ich, als Bildschirmmensch nehme ich halt eine App, das liegt mir doch. Von wegen. Diese bunten Apps mit den fließenden Balken und Eulen-Maskottchen sind super, um Zeit totzuschlagen, aber sie nehmen einem das Denken komplett ab. Man starrt aufs Display, trifft den Balken im Takt und merkt gar nicht mehr, dass man wirklich eine Gitarre in der Hand hält. Die Erdung fehlt, das Haptische, das Holz unter den Fingern.
Und dann die ewigen „Jetzt auf Premium upgraden"-Popups. Als jemand, der beruflich mit Design zu tun hat, empfinde ich das schlicht als visuellen Stress. Was ich wollte, war eher jemand, der mir sagt: leg den Finger genau dahin, auch wenn's zwickt. Deshalb musste ich mir sowieso Gedanken über meinen Gitarren-Zeitplan neben dem Beruf machen, bevor überhaupt was ging.

Darum habe ich mich für den Onlinekurs entschieden
Onlinekurse sind nochmal eine andere Liga. Ich habe mir ordentlich was angeschaut — riesige Plattformen wie meineMusikschule, die sich eher wie eine ganze Musikuniversität anfühlen. Toll, wenn man Jahre Zeit hat. Für mein Achtwochen-Projekt brauchte ich aber Laser-Fokus, keine E-Gitarren-Jazz-Theorie.
Was mir aufgefallen ist: Die Stornoquoten verraten ziemlich viel über echten Frust. Bei meineMusikschule liegt die Rückgabequote bei etwa 3,45 Prozent. Für so ein riesiges Angebot ist das okay, zeigt aber auch: Manche verlieren sich im Abo-Dschungel. Man zahlt monatlich weiter, auch wenn man wegen Überstunden in der Agentur mal zwei Wochen keine Zeit hat — und das schlechte Gewissen zahlt gleich mit.
Beim norberg Gitarrenkurs — dem, den alle als AndiT-Kurs kennen — war das anders. Kein Abo, sondern einmal kaufen, fertig. Das hat sofort etwas in mir ausgelöst: Es gehört mir, wie ein Buch im Regal. Tempo mache ich selbst, aber das Ziel bleibt klar: erster Song, keine Ablenkung durch fünfhundert andere Kurse, die ich „auch noch machen könnte".
Übers Stimmen der Gitarre könnte ich noch länger reden, das ist nochmal eine eigene Baustelle für sich. Genauso mein Rhythmusgefühl, das bis heute eher Wunschdenken als Realität ist.
Die Zahlen, die meinen AndiT-Onlinekurs-Test entschieden haben
Ich liebe Zahlen, wenn sie ehrlich sind. Der AndiT-Kurs steht seit 11,5 Jahren auf der Plattform Digistore24 — in der digitalen Welt fast eine Ewigkeit, wie ein altes Café, das jeden Trend überlebt hat. Die Rückgabequote liegt bei nur 0,44 Prozent. Heißt: Von 1000 Leuten geben gerade mal 4 den Kurs zurück. Kurse wie der von Michigit sind modern, haben diesen lockeren YouTube-Vibe, und Michi ist sympathisch, keine Frage — aber das Tempo springt zwischen den Lektionen, mal zu einfach, dann plötzlich ein Riesensatz. Für mich, die schnell die Geduld verliert, ist das riskant. Deshalb habe ich mich erstmal strikt an die Fingerübungen für Anfänger gehalten, bevor an komplexere Songs überhaupt zu denken war.
Wie man Fingerkuppen überhaupt so weit bringt, dass sie nicht mehr bei jedem Akkord protestieren, ist nochmal ein eigenes Thema — genau wie die Frage, wie man motiviert bleibt, wenn der Anfangsschwung kippt. Beides verdient einen eigenen Eintrag, nicht nur eine Randnotiz hier.

Woche acht: der C-Akkord kommt vor dem Nachdenken
Zwischen den Übungseinheiten lehnt die Gitarre bei mir an der Heizung, gleich neben dem Sofa, von dem aus ich sonst auf meine zwei Bildschirme starre und Entwürfe hin- und herschiebe. Gestern Abend saß ich da, wollte eigentlich nur kurz die Stimmung checken — und griff den C-Akkord, bevor ich überhaupt bewusst darüber nachgedacht habe. Reiner Reflex, die Finger wussten es vor mir.
Regine Kübler, die unter meinem allerersten Tagebucheintrag kommentiert hatte, schrieb mir neulich, sie schätze ihren eigenen Fortschritt ehrlicher ein als ich meinen. Wahrscheinlich hat sie recht — ich neige dazu, jeden kleinen Fortschritt sofort zur kleinen Sensation zu erklären.
Was ich in dieser Zeit auch gemerkt habe: ohne Noten komme ich spürbar schneller voran, Tabs sind für mein visuelles Grafiker-Hirn einfach logischer. Mehr will ich dazu heute gar nicht sagen, das ist ein eigenes Fass.
Die eigentlichen Akkordwechsel und erst recht das gleichzeitige Singen und Spielen sind nochmal ganz andere Baustellen, an denen ich mich bislang eher vorbeigemogelt habe.
App oder Kurs wählen: mein klares Fazit
Willst du zwischendurch in der Bahn ein bisschen daddeln, nimm eine App. Willst du wirklich Gitarre SPIELEN, nimm einen strukturierten Kurs. Der norberg Gitarrenkurs ist für mich der klare Gewinner, weil er mich nicht mit Features erschlägt — reduziert aufs Wesentliche, wie ein guter Entwurf.
Kurz geschaut habe ich mir auch Michigit an, toll, wenn man schon ein paar Akkorde kann und einfach über 40 Songs nachspielen will. Für den absoluten Kaltstart aber, wenn die 6 Saiten noch pure Einschüchterung sind, ist AndiT einfach ruhiger und methodischer.

Gestern Abend habe ich meinen Song dann tatsächlich einmal ganz durchgespielt. Nicht perfekt — ein Akkord hat geschert, mein Rhythmus blieb eher stolperndes Reh als Metronom. Aber von Anfang bis Ende, ohne App, die mir dafür Punkte gibt. Nur ich, das Holz und die Hornhaut an den Fingern, die sich inzwischen wie ein kleines Ehrenabzeichen anfühlt.
| Produkt | Bewertung | |
|---|---|---|
| norberg Gitarrenkurs Top Pick | 9.4 | Mehr erfahren → |
| meineMusikschule E-Gitarre | 8.8 | Mehr erfahren → |
| Michigit Gitarrenkurs | 8.5 | Mehr erfahren → |
norberg Gitarrenkurs [Held des 4-Wochen-Plans]
Vorteile
- + In 4 Wochen zum ersten Song — perfekt für Ungeduldige
- + Extrem niedrige Stornoquote von 0,44 % spricht für Qualität
- + Einmalzahlung statt nervigem Abo-Modell
- + Über 11 Jahre Erfahrung auf dem Markt
Nachteile
- ✗ Design der Plattform wirkt etwas in die Jahre gekommen
- ✗ Keine Community-Features oder Interaktion mit anderen Schülern