Saitenwoche

Gitarrenlieder für Anfänger: Meine Top 5 Songs für den schnellen Erfolg

Nach zwanzig Minuten Greifen fühlen sich meine Fingerkuppen an, als hätte jemand kleine Rillen hineingedrückt – und das bleibt eine Weile.

Kurzer Hinweis vorweg: In diesem Text stecken Affiliate-Links, unter anderem zum norberg Gitarrenkurs, den ich für meinen eigenen Gitarre-lernen-Selbstversuch tatsächlich durchgezogen habe. Bucht ihr darüber einen Kurs, bekomme ich eine kleine Provision, für euch ändert sich am Preis nichts. Die Anfänger-Songs, um die es hier geht, sind keine Werbung – sie sind das, was bei mir als Grafikerin ohne jede musikalische Vorbildung tatsächlich funktioniert hat.

Drei Anläufe sind schon gescheitert, bevor ich es dieses Mal wirklich durchgezogen habe. Nicht weil die Songs zu schwer waren – sondern weil ich die FALSCHEN ausgesucht hatte.

Die richtigen Anfänger-Songs für den Einstieg

Die Antwort ist unspektakulär: Songs mit möglichst wenigen, möglichst häufig wiederkehrenden Akkorden halt. Wer mit komplizierten Griffen anfängt, verliert vor dem ersten sauberen Ton schon die Lust. Ich habe mich also nicht gefragt, was gut klingt, sondern was mit zwei bis vier Griffen machbar ist – G-Dur, D-Dur, Em und C decken einen großen Teil der bekannten Popsongs ab, wenn man sie geschickt kombiniert.

Ganz oben steht bei mir 'Horse with No Name' von America, weil der komplette Song mit zwei Akkorden auskommt – man bewegt eigentlich nur zwei Finger, wer daran scheitert, hat einfach noch nicht wirklich geübt. 'Knockin' on Heaven's Door' von Bob Dylan kommt mit G, D und Am aus, später G, D und C. Das ist kleines Einmaleins, klingt aber sofort nach Lagerfeuer, selbst wenn man nur im Wohnzimmer sitzt. Bei 'Let It Be' von den Beatles laufen dieselben Grundakkorde in einer Reihenfolge, die ohne ein Gefühl für den Rhythmus schnell ins Stolpern gerät – das ist der Song, an dem ich gemerkt habe, dass reines Greifen allein nicht reicht.

Tempo macht 'Bad Moon Rising' von Creedence Clearwater Revival: schnell genug, dass kleine Fehler im Anschlag einfach untergehen, und deshalb ein guter Song für Tage, an denen die Motivation wackelt. Und 'Wish You Were Here' von Pink Floyd ist der Song, bei dem die vereinfachte Version machbar bleibt, während das echte Intro eine ganz andere Liga ist. Trotzdem gibt einem schon das Schrubben der Grundakkorde das Gefühl, näher dran zu sein, als gedacht.

Worauf es beim Akkordwechsel wirklich ankommt

Der Wechsel zwischen zwei Griffen entscheidet öfter über Erfolg oder Frust als der einzelne Griff selbst. Am Anfang klingt jeder Akkord für sich noch einigermaßen sauber – das Problem taucht erst auf, sobald einer den anderen ablösen soll und die Finger nicht wissen, wohin zuerst.

Handgezeichnetes G-Dur Akkorddiagramm auf einem Post-it – Akkordwechsel für Anfänger-Songs üben

Für den technischen Feinschliff bei Akkordwechseln – Barré-Griffe, F-Dur und Co. – gibt es an anderer Stelle einen ausführlicheren Text; hier soll es nur um den Moment gehen, in dem der Wechsel zum ersten Mal klappt.

Bei mir war das beim Wechsel von D zu Em: Auf einmal lief ein ganzer Takt durch, ohne dass eine Saite scheppert oder ein Ton wegbricht – ich habe für eine Sekunde tatsächlich die Luft angehalten, ohne es zu merken.

Kleinteilige Video-Anleitungen wie beim AndiTGitarre Nr.1 Kurs haben mir dabei geholfen, weil dort jeder Wechsel einzeln vorgemacht wird, bevor der ganze Song drankommt – kein Rätselraten, einfach nachmachen.

Wenn die Finger nicht mitziehen

Schmerz an den Kuppen ist am Anfang irgendwie normal, und er hört irgendwann auf, sobald sich dort langsam festere Haut bildet.

Wie genau sich diese Haut mit der Zeit bildet und was dabei wirklich hilft, ist an anderer Stelle ausführlich beschrieben – wichtiger fand ich am Anfang die Frage, wann Schmerz ein Warnsignal ist und wann er einfach dazugehört.

Bei meinem vorletzten Anlauf hatte ich mir sogar eine Gitarre von einer Bekannten geliehen – die stand am Ende ein halbes Jahr lang unberührt in der Ecke meines Zimmers, bis ich sie zurückgebracht habe, ohne sie mehr als zweimal angefasst zu haben. Das war kein Ausrüstungsproblem. Das war schlicht keine Struktur.

Mein Kriterium heute: Wenn es zieht oder drückt, ist das okay. Wenn es an derselben Stelle scharf sticht oder die Haut aufreißt, ist das Zeit für eine Pause, keine Frage von Disziplin.

Ein Rahmen mit Frist hilft mehr, als er nervt

Ohne eine Art Deadline wäre ich vermutlich längst wieder bei irgendwas anderem gelandet. Kurse wie der norberg Gitarrenkurs sind genau auf so einen Vier-Wochen-Rahmen aufgebaut – lieber einmal zahlen und in eigenem Tempo lernen als sich in ein Abo zu verlaufen, das bei Inaktivität munter weiterläuft. Wie man diesen Rahmen im Detail füllt, beschreibe ich an anderer Stelle ausführlicher, hier reicht die kurze Version: Ein Enddatum vor Augen zu haben, verändert, wie ernst man das Ganze nimmt.

Laptop mit Online-Gitarrenlektion – Struktur beim Gitarre lernen im Vier-Wochen-Rahmen

Warum Motivation allein so ein wackeliges Fundament ist, um über Wochen dranzubleiben, ist ein eigenes Thema für sich – bei mir hat vor allem geholfen, dass ich das Projekt öffentlich gemacht habe, sodass Aufgeben sich wie eine echte Absage angefühlt hätte.

Achim Brestrup fragt in den Kommentaren fast regelmäßig, ob vier Wochen nicht echt zu kurz sind, um wirklich gut zu werden – und hört komischerweise nie zu, wenn ich ihm schreibe, dass es mir nie um "gut" ging, sondern um genau einen Song.

Meine Joggingpartnerin Heidrun schickt mir hin und wieder Links zu Motivations-Podcasts, die ich mir bis heute nicht ein einziges Mal angehört habe.

Was so ein Kurs am Ende kostet und ob sich das lohnt, rechne ich in einem separaten Text vor: Gitarre lernen Kosten – hier soll es nur um den Song gehen, nicht um die Kalkulation.

Drei Kurs-Vibes für drei ganz unterschiedliche Anfänger

Beim Gitarrenkurs-Vergleich für mich selbst ging es weniger um Bewertungssterne als um die Frage, zu welchem Lerntyp welcher Ansatz passt. Der norberg-Kurs ist für Leute wie mich, die eine feste Struktur brauchen. Der AndiTGitarre-Ansatz ist eher etwas für alle, die gerne einem YouTuber beim Erklären zusehen, kleinteilig, Schritt für Schritt, fast wie Nachhilfe. Und wer stattdessen Lust auf ein größeres Songbook hat, aus dem man sich einfach das nächste Stück raussucht, landet eher bei Michigit – entspannter im Ton, dafür springen Tempo und Stil zwischen den Lektionen spürbar mehr.

Nahaufnahme der sechs Stahlsaiten einer Akustikgitarre im Gitarrenkurs-Vergleich

Den ersten Song bis zum Ende durchziehen

Am Ende zählt weniger, welcher Kurs auf dem Papier am besten aussieht, sondern ob man drangeblieben ist, bis ein ganzer Song ohne Aussetzer durchläuft. Ein einziger Song reicht als Ziel VÖLLIG aus – mehr Druck braucht der Anfang nicht, nur eine feste Frist und die Bereitschaft, am Anfang schlecht zu klingen, bevor es besser wird.

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