Saitenwoche

Gitarre spielen Haltung: Wie der Norberg Kurs mir gegen Rückenschmerzen hilft

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Warum zieht es zwischen den Schulterblättern, noch bevor überhaupt ein Akkord gegriffen ist?

Das fragen mich seit meinem Gitarre-Selbstversuch erstaunlich viele Leute — meistens per Mail, manchmal am Küchentisch bei Freunden. Mein Rücken hat sich in den ersten Tagen jedenfalls ziemlich lautstark gemeldet, und ich hab schnell gemerkt: Haltung beim Gitarrespielen ist irgendwie DAS Thema, wenn man als Erwachsene neu anfängt. Also sammle ich hier die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden, und beantworte sie so ehrlich, wie ich kann.

Kleiner Transparenz-Hinweis dazu: Wenn du über einen Link hier den norberg-gitarre Kurs kaufst, bekomme ich eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Ich nenne ihn hier, weil er der einzige Kurs ist, den ich für diesen Rückenschmerzen-Rückblick wirklich durchgearbeitet habe.

Warum schmerzt der Rücken schon nach wenigen Minuten Gitarre?

Fast niemand hält die Gitarre einfach nur — man beugt sich drüber. Man will ja sehen, was die Finger da tun, also zieht sich der ganze Oberkörper nach vorne, die Schultern wandern Richtung Ohren, und irgendwann sitzt man da wie eine Schildkröte, die aus ihrem Panzer schaut. Genau in dieser Haltung habe ich die ersten Tage mit der Gitarre verbracht, bis mein Rücken mir mit einem Brennen unter dem Schulterblatt ziemlich deutlich Bescheid gegeben hat.

Zwei Dinge kommen da zusammen: das Gewicht des Instruments, das irgendwo abgestützt werden muss, und der Reflex, mit dem Kopf näher ans Griffbrett zu wollen. Beides zusammen zieht den ganzen Rücken in eine Richtung, die er über zwanzig Minuten einfach nicht mitmacht. Also habe ich angefangen, gezielt im Norberg-Kurs nach den Lektionen zur Körperhaltung zu suchen, weil ich dachte: Die müssen doch wissen, wie man das ohne Drama übersteht.

Akustikgitarre auf dem Schreibtisch: erste Schritte beim Gitarre lernen mit besserer Haltung

Reicht es, einfach „gerade" zu sitzen?

Nein, und das war für mich die eigentliche Überraschung. Ich dachte immer, Gitarre spielen heißt Brust raus, Rücken gerade, wie kurz vorm Foto-Termin. Genau das war echt der Fehler. Wenn ich mich krampfhaft aufrichte, verspanne ich mich erst richtig. Was im Kurs stattdessen erklärt wird: ein bewusstes, kontrolliertes Nachgeben im oberen Rücken, kein starres Geradehalten.

Man kann sich das vorstellen wie bei einem Ast im Wind — der bricht auch nicht, weil er steif bleibt, sondern weil er nachgibt und sich wieder fängt. Die Gitarre ist kein Gegner, den man bezwingen muss, sondern etwas, das man so ausbalanciert, dass die Schultern gar nicht mehr mitarbeiten müssen. Gerade bei Akkordwechseln merkt man in Sekunden, ob die neue Sitzposition wirklich trägt.

Fußstellung, Sitzhöhe, Gurt: was den Unterschied macht

Drei kleine Stellschrauben haben bei mir am meisten gebracht. Die Sitzhöhe zuerst: Ein zu weicher, zu tiefer Sessel zwingt das Becken nach hinten, und der ganze Rücken rundet sich automatisch mit. Ein fester Stuhl mit gerader Sitzfläche macht hier schon die halbe Arbeit. Dann der linke Fuß — ich stelle ihn inzwischen auf einen Stapel alter Grafik-Magazine, ganz simpel, das ersetzt die klassische Fußbank und kippt die Gitarre in eine Position, in der ich mich nicht mehr vorbeugen muss, um überhaupt ranzukommen.

Der dritte Punkt betrifft alle, denen die Gitarre schlicht zu groß vorkommt — da hängen Körperbau und Sitzposition enger zusammen, als man denkt, und dazu gibt es einen eigenen Text über das Gitarre lernen mit kleinen Händen. Seit ich diese drei Dinge im Griff habe, ist auch das Gitarre zupfen spürbar ruhiger geworden, weil die rechte Hand nicht mehr gegen einen instabilen Oberkörper ankämpfen muss. Auch beim Plektrum-Halten merkt man sofort, wie sehr die rechte Hand von entspannten Schultern profitiert.

Stapel Magazine als improvisierte Fußbank — einfacher Trick gegen Rückenschmerzen beim Gitarrespielen

Noten oder Tabs: was meiner Haltung wirklich geholfen hat

Eher umgekehrt, bei mir jedenfalls: Ich habe es mit einem dicken Lehrbuch zum Notenlesen versucht, weil ich dachte, das gehört sich so — nach Seite zwölf habe ich es zugeklappt und nicht wieder aufgemacht. Das Buch lag flach auf dem Schreibtisch, ich musste den Kopf ständig runter- und wieder hochklappen, zwischen Noten und Griffbrett, und genau dieses Kopfnicken hat meinem Nacken mehr geschadet als jeder Akkordwechsel. Tabs waren für mich der bessere Weg, auch fürs Sitzen. Wunde Fingerkuppen sind bei mir ein Kapitel für sich, das mit dem Rücken eigentlich wenig zu tun hat.

Frauke, meine Freundin aus dem Grafikdesign-Umfeld, saß an dem Nachmittag übrigens genau daneben an ihrem eigenen Bildschirm und hat nur stumm den Daumen hochgehalten, ohne ein Wort zu sagen — sie spielt selbst kein Instrument, kommentiert aber trotzdem jeden Fortschritt mit genau diesem einen Emoji. Half nicht gegen den Nacken, aber gegen die Laune schon.

Woran merkt man, dass sich die Haltung wirklich verändert hat?

Bei mir war es ein G-Dur. Ich habe den Griff gesetzt, kurz gewartet auf das übliche Rutschen der Finger — und gemerkt, dass mein Blick längst nicht mehr am Griffbrett klebte, sondern irgendwo Richtung Fenster gewandert war. Kein bewusster Moment, eher ein Nachträglich-Bemerken: Moment, ich hab ja gar nicht hingeschaut. Genau das ist für mich das Zeichen, dass der Körper die Arbeit übernommen hat und der Kopf sich nicht mehr einmischen muss.

Singen kommt bei mir übrigens noch obendrauf, und da merke ich als Erstes, ob die Schultern wirklich locker sind oder nur so tun — sobald die Stimme dazukommt, fliegt jede Anspannung sofort auf. Auch beim Rhythmusgefühl merkt man Verkrampfung binnen Sekunden.

Norberg-Kurs oder ein anderer Weg — was bei mir wirklich geholfen hat

Abends, wenn es spät wird und ich die Nachbarn nicht mit schiefen Akkorden nerven will, greife ich zu den Tricks aus meinem Text über Gitarre leise üben in der Mietwohnung — Stress mit den Nachbarn sorgt nämlich für genau die Nackenanspannung, die ich mir tagsüber gerade erst abtrainiere. Leiser üben, ruhiger sitzen, weniger verkrampfen: Bei mir hängt das alles zusammen.

Bevor ich überhaupt zum eigentlichen Stimmen komme, checke ich inzwischen automatisch meine Sitzposition — das ist fast schon Reflex geworden. Der norberg-gitarre Kurs hat mir dabei geholfen, weil er Haltung nicht als Randnotiz behandelt, sondern als eigenen Baustein neben den Akkorden. Ob App oder klassischer Kurs für dich das bessere Format ist, ist eine andere Frage für sich. Wie ich die Übungszeit über die Wochen bis zum ersten Song eingeteilt habe, erzähle ich an anderer Stelle — hier soll's nur um den Rücken gehen.

Hand rückt die Gitarre in eine rückenschonende Spielposition – Haltungstipp aus dem Norberg Kurs Selbstversuch

Was ich Lesern wie Dieter jetzt antworte

Dieter schreibt mir seit einer Weile ziemlich knappe Mails, keine Floskeln, nur die Frage, die ihn gerade beschäftigt — zuletzt wollte er wissen, ob sich die ganze Haltungssache überhaupt lohnt, wenn man eh schon mitten im zweiten Anlauf steckt und einfach nur spielen will. Warum ich diesmal drangeblieben bin, obwohl frühere Anläufe im Sand verlaufen sind, ist nochmal eine andere Geschichte. Meine Antwort auf seine Frage: gerade dann lohnt es sich. Wer schon mal abgebrochen hat, kennt das Gefühl, dass der Körper irgendwann einfach nicht mehr mitmacht — und genau das lässt sich mit der richtigen Sitzposition oft vermeiden, ohne dass man dafür ein einziges Lied langsamer lernt.

Am Ende bleibt bei mir vor allem das: Ich kann nach dem Üben aufstehen, ohne mir den unteren Rücken zu halten. Kein Wunder, keine Magie, nur eine andere Art zu sitzen. Wenn dein Nacken beim Gitarre lernen auch ständig „Stopp" schreit, schau dir ruhig den norberg-gitarre Kurs mal an — bei mir war er der Punkt, an dem ich zum ersten Mal nicht wegen des Rückens hingeschmissen habe.

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